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Ankunftsstadt Hamburg – aber wie?

Im Rahmen des Workshops der Hamburgischen Architektenkammer erarbeitet das Team „Ankunft und Unterkunft“ die partizipative Wohnstrategie “Unser Haus” für Geflüchtete.

Unser Haus

Unser Vorschlag ist an der „Wohnkarriere“ orientiert, die Flüchtlinge auf dem Weg durch die Institutionen der Wohnraumversorgung machen müssen. Die Stationen sind die „Zentrale Erstaufnahme“, die „öffentlich rechtlichen Unterkünfte“ und schließlich die regulären Wohnungen.

Es wird eine kleinteilige Ansiedlung von Wohneinheiten angestrebt, die die Integration der Ankommenden erleichtert und eine funktionierende Nachbarschaft ermöglicht. Dafür müssen geeignet Flächen gefunden werden. Für die Qualitätsoptimierung und die Konfliktbewältigung ist ein gestaffeltes und differenziertes Teilhabeverfahren notwendig, das sowohl auf der Mitwirkung der Flüchtlinge, als auch auf der Partizipation der Anwohner basiert.

Wir gehen von einer modularen, flexiblen und vorgefertigten Bauweise aus, die kleinteilig, schnell und günstig gebaut werden kann. Die Bauten sollen so baulich gut und anpassungsfähig in die Umgebung eingebunden werden können. Sie sollen die Bewohner auch befähigen, sich „ihren“ Ort anzueignen und außerdem eine „mobile Urbanität“, die mobile Service- und Infrastrukturen, wie z.B. eine gemeinsame Kinderbetreuung, eine kleine informelle Fahrradwerkstatt oder „food truck“ beinhaltet, ermöglichen.

Nach drei Jahren erfolgt eine partizipative Evaluation der Wohnanlagen oder Wohnimplantate durch die Bewohner und die Anwohner, die über deren Weiterbau bzw. der Verstetigung entscheidet. Aus den Provisorien werden entweder feste, architektonisch gut integrierte preisgünstige Wohnungsbauten oder sie können einfach wieder zurückgebaut werden. Die einfache modulare Struktur der Wohnungen erleichtert sowohl den Aufbau den Rückbau, als auch die Weiterverwertung der Einheiten.

Für den Ausbau der Wohnungen zu regulären Wohnbauten ist eine handwerkliche Partizipation der Bewohner nach einem von dem britisch-schweizer Architekten Walter Segal in den 1960er Jahren entwickelten System kleinteiliger Vorfertigung von Bauelementen vorgesehen, mit dem eine nutzeroptimierte und im hohen Maße identifikationsfähige Architektur erreicht werden kann.

Team

Bert Bücking, bof
Bernd Dahlgrün, HafenCity Universität
Luigi Foglia, bof
Tamer Hakmi, LRW Architekten
Susanne Hofmann, Die Baupiloten
Mustafa Jadran, HafenCity Universität
Rolf Kellner, üNN
Florian Lorenzen, HafenCity Universität
Anke Schmidt, HafenCity Universität
Joachim Schultz-Granberg, münster school of architecture
Moritz Seifert, HafenCity Universität
Julia Täubert, blauraum

Moderationsleitung

Carsten Venus

Zum Artikel der WELT zum Workshop.