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Erika-Mann-Grundschule II

Lern- und Freizeitlandschaften, Umbau, 2006-08

In einem zweiten Bauabschnitt wurde das denkmalgeschützte Gebäude für den Ganztagsbetrieb ausgebaut. Hier wurden die Flure durch Sitzlandschaften für den Unterricht und als Orte der Begegnung nutzbar gemacht sowie mit zwei Freizeiträumen komplementiert. Die neu entwickelten, nicht normgerechten Sitzmodule bieten den Kindern die Chance, eine individuelle Körperhaltung für Lernen, Ausruhen oder Spielen zu finden. Die aufklappbaren Sitzmöbel mit weichen Matten bieten eine Rückzugsmöglichkeit für eher introvertierte Beschäftigungen. In der Spiegelgalerie können Schülerarbeiten ausgestellt werden, die mit ihren vielfachen Spiegelungen die Raumwirkung bestimmen. Alle Anforderungen, die aus dem Denkmalschutz, Brandschutz und Unfallschutz resultierten, wurden bei den Baumaßnahmen berücksichtigt.

Partizipation – Phase 0
Die Collagen der Schulkinder wurden in Fotomontagen räumlich untersucht, um vorerst ein maßstabsloses Konzeptmodell zu entwickeln. Aus der unten gezeigten Fotografie der räumlichen Collage „Simou auf der Suche nach den goldenen Steinen“ (Mouna, 9 Jahre, Sinan, 9 Jahre) entwickelte zum Beispiel die Baupiloten-Studierende Fee Kyriakopoulos ein „Schirmfedermodell“. Im Austausch mit Schülern entstand daraus die Idee einer „Weltraumsause“ (Entwurfsmontage links oben), einer geschützten Kapsel, aus der man hinausschauen kann. In weiteren Rückkopplungsrunden bis zum Test eines Prototypen wurden einige „Flügelschwingen“ entwickelt, die nach den Bedürfnissen der Kinder sorgfältig im „Schnaubgarten“ platziert wurden.

Das „Schnauben des Silberdrachens“ findet seine Entsprechung in der modularen Sitzlandschaft, die die Böden und Wände des ersten, zweiten und dritten Obergeschosses überformt. Mit einem dreidimensional verformbaren Konzeptmodell äußerten die Kinder erste Vorstellungen von der Sitz- und Lernlandschaft. In einem späteren Rückkopplungsworkshop konnten sie mithilfe eines großen Flurmodells und verschiedensten Modulen im Maßstab 1:20 Szenarien zusammenfügen und untereinander diskutieren. Die Kinder wählten fünf Module aus: Liege, Höhle, Hochsitz, Podest und Tisch mit herausklappbarer Bank. Der Hochsitz war unter allen Altersstufen der Favorit.

Lehre

Susanne Hofmann (Projektleitung), Helmuth Hanle

Studenten

Maximilian Assfalg, Ania Busiakiewicz, Andrea Ceaser, Fee Kyriakopoulos, Ansgar Schmitter, Irmtraut Schulze, Thilo Reich, Wojciech Wojakowski und Urzula Ramus (Gaststudentin)

Auftraggeber

Stattbau GmbH

Kosten/Bruttogeschossfläche

150.000 EUR brutto/BGF 605 m²

Planungsleistungen

LPH 1–9, Phase 0 – Schulbauberatung

Adresse

Utrechter Straße 25
13347 Berlin

Fotograf Jan Bitter