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Erweiterungsbau Kita Lobeckstraße, Berlin-Kreuzberg

Aufgabe und Städtebau

Die Kindertagesstätte an der Lobeckstraße in Berlin-Kreuzberg soll um 65 Plätze für Kinder über 3 Jahre erweitert werden. Die umgebende Bebauung ist urban verdichtet. Entsprechend ist der Anbau auf zwei Ebenen so organisiert, dass auf dem Grundstück ein großzügiger Garten mit Spielmöglichkeiten erhalten bleibt. Architektonisch nimmt das angebaute Haus darauf besonders Bezug.

Gebäudestruktur

Das neue Gebäude nimmt eine Küche auf, in der für alle Kinder der Kita Essen zubereitet wird, Sanitär-, Personal- und Elternräume sowie ein Kinderrestaurant mit „Genießerterrasse“. Es sind sechs Gruppenräume vorgesehen, die von den dafür vorgesehenen Nutzungen geprägt und nicht bestimmten Kindergartengruppen zugeordnet sind. So gibt es einen Bewegungs-, einen Theater-, einen Kreativ-, einen Forscher- und Entdeckerraum sowie eine Bibliothek, die auch als ein Ruheraum fungiert. Die Räume werden teilweise durch Podeste gegliedert. Die fließenden Raumübergänge ermöglichen eine offene und gleichzeitig differenzierbare Nutzung.

Partizipation

Die Partizipationsprozesse mit den Kindern sowie mit den Erziehern haben wichtige Hinweise auf den gewünschten Charakter der Architektur für den Entwurf ergeben.Die Präsenz des Lichtes in den Innenräumen und die Möglichkeit, es zu gestalten, wurden von Kindern wie Erwachsenen gewünscht. Es war oft von Ausblicken aus geborgenen Positionen und Kamerapositionen zum Beobachten und beobachtet werden die Rede. Auch die optische Präsenz der Natur im Innenraum wurde ebenso thematisiert, wie fließende Raumübergänge und die Möglichkeit zum Rückzug.

Späher und Sonnentrompeten

Die Garderoben sind als großzügige Nischen der Flure ausgebildet. An ausgewählten Stellen sind die Räume in Erker hinein erweitert, so dass die Kinder von hier in die Außenwelt spähen können. Der offene Grundriss eröffnet so Möglichkeiten zum Rückzug. Über die Ostfassade öffnen sich die Gruppenräume über trompetenförmig angelegte Loggien der Sonne. Die „Späher“-Fenster, die „Sonnentrompeten“, aber die Freilichtbühne und die Sport- und „Genießerterrasse“ stellen punktuell intensiv erlebbare Außenbezüge des Gebäudes her. Das Kinderrestaurant kann mit dem Foyer auch für größere Veranstaltungen zusammengeschaltet werden.

Konstruktion und Fassade

Das Gebäude wird als Massivbau aus wärmegedämmten Mauerwerk mit einer Putzfassade errichtet. Die Erkerfenster, Loggien und Terrassen bestimmen mit einer differenzierten farblichen Gestaltung die Struktur der Fassade. Diese ist zudem in ihrer Fläche farblich ornamentiert und durch einen in der Oberfläche differenzierten zweifarbigen Anstrich bestimmt.

 

Projektteam

Susanne Hofmann, Benedikt Glampe, Anna Kasper, Susanne Vitt (Projektleitung), Kirk Weisgerber, Nina Wester

Fachplaner

HDH GmbH (TGA), Ingenieurbüro Marzahn & Rentzsch (Statik), Marianne Kammel (Energieberatung), DBS Die BauSachverständigen (Brandschutz), GMS Gesellschaft von Architekten und Beratenden Ingenieuren mbH (Ausschreibung, Bauleitung)

Auftraggeber

Kindergärten City, Eigenbetrieb von Berlin

Projektsteuerung

Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement – KoSP GmbH

 Kosten / Bruttogeschossfläche

1.662.850 € brutto (KG300 + KG400) / 820 m²

Planungsleistungen

LPH 1 -8, Nutzerbeteiligung

Zeitraum

Planungsbeginn Januar 2016

Standort

Lobeckstraße 11
10969 Berlin