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Hort-Baumhaus der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg

Wettbewerbsbeitrag: Neubau Hortgebäude für die Freie Waldorfschule am Prenzlauer Berg (Berlin) wurde mit einer Anerkennung honoriert.

Ein Haus zum Entdecken und Aneignen

Grundgedanke des Entwurfs ist es, für die nachmittäglichen Stunden ein atmosphärisch anregendes Umfeld zu schaffen, welches eine dynamische Pädagogik unterstützen kann sowie spielerischer und freier ist, als die Unterrichtsräume. Jeder Hortgruppe ist eine eigene Außentreppe und Terrasse zu ihrer Räumlichkeit zugeordnet, die sie ablesbar zu ihrer individuellen Adresse gestalten kann. Die einzelnen „Häuser“ fügen sich zu einem gemeinsamen Haus, in dem sich die Schulgemeinschaft treffen, austauschen und miteinander kommunizieren kann.

Städtebau und Zusammenspiel der Häuser

Der aufgeständerte Baukörper des neuen Hortgebäudes gruppiert sich daher losgelöst vom Schulhaus zwischen Bäumen, Glockenturm und Backofenhaus. Ein neuer auf das Niveau der Gürtelstraße abgesenkter lebendiger Werkhof verbindet die Werkräume des Schulhauses mit dem gemeinschaftlichen Sockelgeschoss des neuen Hort-Baumhauses. Eine gedeckte Pergola reicht von hier zum Hort und bietet Schutz vor Regen und lässt sich im Sommer auch als schattiger Vesper- oder Werkplatz nutzen. Nach oben in die Horträume geht es über außenliegende Freitreppen.

Gliederung des Hort-Baumhauses

Der „Stamm“ verbindet alle Gruppenräume mit einer gemeinsamen Treppe und Aufzug und endet oben auf dem begrünten geschützten Freiraum mit Pflanzbeeten, Liegewiese und Holzdecks. Durch das zur Straße hin abfallende Gelände erhalten der Speiseraum mit Lehmofen und pädagogischer Küche am Fuß des Stamms von Süden reichlich Tageslicht. Die zentrale Sanitärzone liegt im abgesenkten Bereich. Das eigentliche Hort-Baumhaus besteht aus den sechs über Freitreppen erreichbaren einzelnen Gruppenräume und dem Hortnerbereich. Die Eingangszonen mit Balkonen und Stegen bilden Vorgärten, die zum Weiterbauen und -gestalten, Gärtnern, Basteln, oder auch
einfach nur zum Rückzug einladen. Von hier aus geht es durch eine Diele mit Garderobe oder direkt in den Gruppenraum. Aus der Grundrissrotation ergeben sich trapezförmige Räume mit vielfältigen Nischen zum Zurückziehen und Verstecken. Fenster in die benachbarten Gruppenräume und zum Stamm, unterstützen die Kommunikation und Wahrnehmung der Gruppen untereinander.

Projektteam

die Baupiloten BDA: Prof. Dr.-Ing. Susanne Hofmann, Dip.-Arch. Kirstie Smeaton, Nadja Chawaf, Rob Henry

Erchinger Wurfbaum Architektur: Monica Wurfbaum, Martin Erchinger, Joana Cabrita

Auftraggeber

Förderverein Schulemachen e.V. der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg

Leistung

nichtoffener Wettbewerb, Anerkennung

Zeitraum

Winter, 2015

Planungsbeteiligte

Andreas Külich Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Berlin